Gut für sich und die Seele sorgen
Ein „vidaHören“-Spezial über mentale Gesundheit: Im Gespräch mit Expertin Barbara Zechmeister – in Kooperation mit der BVAEB – und viele Tipps für dich.

Höre hier „vidaHören“
Mentale Gesundheit betrifft uns alle. Nicht nur dann, wenn es uns schlecht geht, sondern jeden Tag. Denn genauso wie unser Körper braucht auch unsere Psyche Aufmerksamkeit und Pflege. In unserem Podcast „vidaHören“ spricht Expertin Barbara Zechmeister darüber, wie wir unsere mentale Gesundheit im Alltag stärken können, woran wir erkennen, dass die Psyche Unterstützung braucht und warum es keine Schwäche ist, Hilfe anzunehmen. Im Gespräch stellt die Expertin außerdem eine Online-Vortragsreihe der BVAEB, Versicherungsanstalt öffentlicher Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau, vor, die sich an alle richtet, die etwas für ihre mentale Gesundheit tun möchten und praktische Anregungen für den Alltag suchen.

Wenn sich das Leben verändert
Besonders deutlich wird die Bedeutung mentaler Gesundheit in Übergangsphasen. Der Wechsel vom Arbeitsleben in die Pension ist eine solche Phase: Der Beruf fällt weg, damit verändern sich oft auch soziale Kontakte, Tagesstruktur und bisherige Aufgaben. Gleichzeitig können gesundheitliche Veränderungen, Einsamkeit, Trauer oder die Pflege eines Partners zusätzliche Herausforderungen mit sich bringen.
Expertin Barbara Zechmeister rät deshalb, sich Zeit zu geben und neugierig auf die neue Lebensphase zuzugehen: Was macht Freude? Welche Hobbys könnten wieder Platz bekommen? Welche Träume oder Interessen wurden während Beruf und Familie aufgeschoben? Und wo können die eigenen Fähigkeiten heute sinnvoll eingebracht werden? Auch ehrenamtliches Engagement kann dabei eine wichtige Rolle spielen – etwa weil es soziale Kontakte schafft und das Gefühl vermittelt, gebraucht zu werden.
Die Psyche sendet Warnsignale
Schlechter Schlaf, anhaltende Erschöpfung, weniger Freude an Dingen, die früher Spaß gemacht haben, sozialer Rückzug, ungewöhnliche Gereiztheit oder zunehmende Sorgen können Hinweise darauf sein, dass die Psyche Aufmerksamkeit braucht. Besonders wichtig ist, solche Signale nicht über längere Zeit als „normal“ abzutun. Wenn Niedergeschlagenheit oder Rückzug über Wochen anhalten und man selbst keinen Weg herausfindet, ist es sinnvoll, darüber zu sprechen und Unterstützung zu suchen.
Hilfe anzunehmen bedeutet dabei nicht, schwach zu sein. Im Gegenteil: Es zeigt, dass man Verantwortung für sich selbst übernimmt und etwas dafür tun möchte, dass es wieder besser geht.
Drei einfache Tipps für mehr mentale Gesundheit
Es müssen nicht immer große Veränderungen sein. Oft sind es kleine, regelmäßige Gewohnheiten, die das Wohlbefinden stärken.
1. In Bewegung bleiben
Ein Spaziergang, ein paar mobilisierende Übungen oder einfach eine aufrechte Körperhaltung: Bewegung unterstützt Körper und Psyche gleichermaßen. Dabei geht es nicht um ein strenges Sportprogramm, sondern darum, etwas zu tun, das zu den eigenen Möglichkeiten passt.
2. Soziale Kontakte pflegen
Ein Telefonat, ein gemeinsamer Kaffee, ein Verein, ein Kulturangebot oder ein Gespräch mit anderen: Wir sind soziale Wesen, und Beziehungen sind ein wichtiger Bestandteil unserer psychischen Gesundheit.
3. Sich selbst etwas Gutes tun
Ein gutes Essen, etwas Schönes anziehen, einen Sonnenstrahl genießen oder am Abend bewusst darüber nachdenken, was an diesem Tag gut gelungen ist: Kleine positive Momente wahrzunehmen und wertzuschätzen, kann im Alltag einen Unterschied machen.
Einmal tief durchatmen
Eine besonders einfache Übung, die Expertin Barbara Zechmeister im Podcast „vidaHören“ auch gemeinsam mit den Hörer:innen ausprobiert, ist bewusstes Atmen. Die Aufmerksamkeit auf den eigenen Atem zu lenken, kann helfen, im gegenwärtigen Moment anzukommen und aus Gedankenspiralen auszusteigen. Die Übung lässt sich grundsätzlich ohne Hilfsmittel in den Alltag integrieren.
Auch Schlaf, ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und Bewegung bilden laut Zechmeister wichtige Grundlagen für das seelische Wohlbefinden.
Darüber reden hilft
Psychische Belastungen können jeden Menschen treffen – unabhängig vom Alter. Trotzdem fällt es vielen schwer, darüber zu sprechen. Gerade ältere Generationen sind teilweise noch mit der Vorstellung aufgewachsen, dass man Schwierigkeiten selbst bewältigen und „da durch“ muss. Im Podcast „vidaHören“ geht es deshalb auch um einen wichtigen Perspektivwechsel: Niemand muss alles alleine schaffen. Familie, Freund:innen, Hausärzt:innen und Fachleute können wichtige Anlaufstellen sein. Wenn eine Belastung länger anhält, kann professionelle Unterstützung besonders wichtig sein.
Dabei können jüngere und ältere Generationen voneinander lernen: Ältere Menschen bringen Lebenserfahrung und die Erfahrung bereits bewältigter Krisen mit. Jüngere Generationen gehen heute vielfach selbstverständlicher mit dem Thema mentale Gesundheit und dem Annehmen von Unterstützung um.
Vier Termine für mehr mentale Gesundheit
Im Podcast-Gespräch stellt Expertin Barbara Zechmeister eine vierteilige Online-Vortragsreihe der BVAEB vor, die mit September 2026 startet. „BVAEB INFOrmiert“ richtet sich speziell an Seniorinnen und Senioren. Dabei geben Expert:innen zu verschiedensten Themen spannende, theoretische Einblicke sowie praktische Tipps und direkte Anleitungen für ein gesundes und aktives Leben. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – Interesse und Neugier reichen aus.
Die Termine mit Expertin Barbara Zechmeister im Überblick:
- 17. September 2026: Den Kopf in Schwung bringen. Spielerisch das Gedächtnis trainieren
- 8. Oktober 2026: Schlaf gut. Kleine Tricks, große Wirkung
- 5. November 2026: Gemeinsam statt einsam. Ideen für die kalte Jahreszeit
- 3. Dezember 2026: Bewusst und gelassen durch die Feiertage. Tipps für mehr Ausgeglichenheit
Die Termine finden online jeweils von 10 bis 11:30 Uhr statt. Über den folgenden Link kommst du direkt zur Online-Veranstaltung des jeweiligen Termins:
BVAEB INFOrmiert – https://seniorinnen.bvaeb.live/informiert
